News im 1. SSV SAALFELD
Krimi bis zum Schluss
Am Samstag, den 22.02.2025, zog es die 1. Frauenmannschaft der HSG Saalfeld/Könitz zu den Frauen des LSV Ziegelheim. Die Saalfelderinnen waren bis dato ungeschlagen in 11 Spielen und das sollte auch so bleiben. Allerdings reiste man mit geschwächter Mannschaft an und musste auf Juliane Kempe, Peggy Pleyer, Christiane Wilson, Mandy Büttner, Marion Barten und Christin Gley verzichten. Von Beginn an war klar, dass die Ziegelheimerinnen zuhause ein ernst zunehmender Gegner sind. Dies war allen spätestens nach dem Unentschieden gegen Altenburg bewusst. Trotz wenigen Spielerinnen lag der Fokus auf einer starken Teamleistung, unserer starken Abwehr und einem schnellen Angriffsspiel. Bis zur fünften Minute war es ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften, dann konnte Annabell Ehnert mit 3:4 in Führung gehen. Von nun an konnten die Saalfelderinnen immer einen 2 oder 3 Tore Vorsprung halten. Und das trotz vieler fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Allein fünf 7-Meter in Halbzeit eins gab es für den LSV Ziegelheim, doch die Heimmannschaft konnte diese klaren Chancen nur einmal nutzen und scheiterten immer wieder an der Saalfelder Torfrau Theresa Jakusch. In der 23. Minute standen die Gäste, dank den Schiedsrichtern, nur noch zu viert (3 Feldspieler, 1 Torhüter) auf dem Feld, doch wie die HSG dieses Problem meisterte war nicht zu erwarten. Alle Spielerinnen auf dem Feld wussten, dass diese Situation äußerst schwierig war und man die Ziegelheimerinnen nicht einfach davon ziehen lassen wollte. Umso mehr ackerten alle Spielerinnen auf und neben dem Feld. Und das machte sich bezahlt. Die Stimmung der HSG- Damen war lautstark und motivierend. So wie der Spielstand auf der Anzeigetafel vor der dreifachen Unterzahl war, war sie auch danach. Was für eine Teamleistung, die zurecht bei jeder Aktion bejubelt wurde. Vivien Lutz und Kristin Heerwagen erwischten einen Sahnetag. Beide warfen in den ersten 30 Minuten 5 Tore und waren maßgeblich an der 12:15 Führung zur Halbzeit beteiligt. Jedoch musste unsere Nummer 7 Emilia Tiesnes, besonders in Halbzeit eins, viel einstecken. Umso stärker ist es, dass sie auch in Halbzeit 2 weiter für ihre Mannschaft kämpfte. Die Mannschaft war sehr erleichtert über den Halbzeitstand, aber allen war klar, dass sie weiter kämpfen mussten, um zwei Punkte mit nach Saalfeld zu nehmen. Wichtig war es, den Fokus hochzuhalten und sich weiter zu motivieren. Doch die zweite Halbzeit lief nicht so, wie die HSG Frauen sich diese vorgestellt hatten. In der 44. Minute trafen die Ziegelheimerinnen zum 20:20. Direkt danach nahm der Saalfelder Trainer Christian Szotowski eine Auszeit und appellierte an die Mannschaft. Es sollten wieder konzentrierte Angriffe gespielt werden und zudem in der Abwehr wieder ein Bollwerk stehen. Von da an ging der LSV Ziegelheim in Führung und die HSG Damen gleichten immer wieder aus. Vivien Lutz zeigte sich an diesem Tag auch als sichere 7-Meter Schützin und traf alle drei Strafwürfe. Immer mehr Zeit verging und keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen. So war allen Zuschauern in der Halle klar, dass dieses Spiel äußerst eng enden wird. In der 59. Minute wirft Ziegelheim das 27:27 und die Saalfelderinnen hatten eine letzte Chance ein Tor zu erzielen. Keine 30 Sekunden später kam die letzte Auszeit vom Saalfelder Trainer. Ziel war es, jetzt die letzten 30 Sekunden ruhig herunter zu spielen und gegen Ende der Spielzeit ein Tor zu werfen. Auf der Anzeigetafel steht 59:57. Die Schiedsrichter zeigen Zeitspiel und pfeifen einen Freiwurf für die HSG, wohl das einzige Mal im gesamten Spiel. Zudem hielten sie, zugunsten der Gäste die Zeit an, um den Ball zu holen. Kristin Heerwagen wird von Jenna Witter angespielt und tanzt leichtfüßig die Abwehr aus. In der sonst so lauten Halle ist es plötzlich still und jeder hält die Luft an. Sie springt ab, wirft auf das Tor und trifft. Was sich wie eine Ewigkeit anfühlte, passierte in unter 3 Sekunden. Kristin Heerwagen drehte nach diesem Tor eine Jubelrunde, ähnlich wie man sie im Fußball kennt, und alle Mitspielerinnen und auch der Trainer rannten auf sie zu. Überglücklich fielen sie sich im Anschluss in die Arme. Dieses Spiel wird allen lange in Erinnerung bleiben, da die HSG Frauen einmal mehr gezeigt haben, dass man selbst ersatzgeschwächt und mit fragwürdigen Schiedsrichtern mit einer überragenden Teamleistung überzeugen kann. Es spielten: Theresa Jakusch (TW), Vivien Lutz (10/3), Saskia Gehrmann, Julia Fröhlich (3), Emilia Tiesnes (2), Kristin Heerwagen (8), Jenna Witter (1), Annabell Ehnert (1), Chantal Lautenschläger (3)